Swoozy im Interview

Der Entwickler Matthieu Deru berichtet im Gespräch darüber, wie es zur Entwicklung von Swoozy kam und wie es ein Jahr nach der Preisverleihung aussieht.

Logo von Swoozy

Herr Deru, wie ist Ihnen die Idee zu Ihrer Entwicklung gekommen? War es ein plötzlicher Einfall, etwas, das Ihnen im Alltag aufgefallen ist, oder ein logischer Schritt Ihrer Arbeit in diesem Bereich?

Diese Idee habe ich während des Fernsehens bekommen: Oft war es so, dass ich mich während einer Sendung oder eines Videoclips gefragt habe, wer gerade im Bild zu sehen ist. Aber ausgerechnet in diesem Moment hatte ich mein Tablet nicht zur Hand, um schnell im Internet zu suchen. Was sich bei der Suche in Internet aber als besonders frustrierend herausstellte, war die Schreibweise, wenn Schauspielernamen oder ausländische Ortsnamen nicht exakt bekannt waren. Bis ich das herausgefunden hatte, war die Sendung meist vorbei. Da dachte ich mir: „Es wäre doch wirklich toll, wenn man einfach vom Sofa aus, mit der Hand in Richtung des Fernsehers auf Inhalte im Video zeigen könnte und der Fernseher liefert mir automatisch den Namen vom Gegenstand oder der Person.“ Aus diesem Mix ist die Swoozy-Idee entstanden.


Wie geht es nach Ihrem Gewinn weiter? Arbeiten Sie bereits an der Vermarktung Ihres Produkts oder haben Sie schon ganz neue Ideen?

Der nächste logische Schritt ist natürlich die Vermarktung und die Suche nach potenziellen Investoren und Kooperationspartnern. Das Fernsehen befindet sich zur Zeit in einer Mutationsphase zwischen IP-TV, Video on Demand und Internet. Fernsehsender sind gezwungen, neue interaktive Konzepte zu finden. Da sehe ich sehr gute Chancen in Zusammenarbeit mit renommierten Fernsehsendern, das Swoozy-System auf zukünftige Anforderungen anzupassen, um hochqualitative Inhalte und Informationen während Live-Sendungen anzubieten. Das wäre wirklich ein neues Fernseherlebnis und ich glaube jeder hätte Spaß daran, während des Fernsehens neue Sachen intuitiv zu entdecken und zu lernen.


Sie sind Teil der ersten Generation von Gewinnern des CeBIT Innovation Awards. Haben Sie einen Tipp für potentielle Teilnehmer und Teilnehmerinnen des CeBIT Innovation Award 2014?

Jeder sollte auf jeden Fall seine pfiffigen Ideen und kreative Konzepte anmelden, seien es Apps, neue Interaktionsformen oder sogar spezielle Hardwarekombinationen. Diese innovativen IT-Systeme sollten nicht nur den Zweck haben, unser Leben einfacher zu machen, sondern auch einen gewissen Spaßfaktor besitzen. Mein Geheimtipp wäre auch, dass Ideen aus den Bereichen eLearning oder 3D Visualisierung gute Chancen hätten. Ich bin mal sehr gespannt, welche innovativen Systeme beim Cebit Innovation Award 2014 prämiert werden! Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall!

Ein Jahr nach dem Gewinn

Seit dem Gewinn des CEBIT Innovation Awards 2013 konnte Matthieu Deru weiter an seiner Innovation arbeiten. Im Interview erklärt er, welche neuen Funktionalitäten Swoozy mittlerweile bietet, was er von der CEBIT mitgenommen hat und wohin die Reise im Bereich Usability in Deutschland hingehen könnte.

Herr Deru, was ist seit Ihrem Gewinn des CeBIT Innovation Award 2013 passiert? Arbeiten Sie weiter an "Swoozy"? Oder gibt es vielleicht neue Ideen?

Das Swoozy-System wurde seit dem CeBIT Innovation Award 2013 weiterentwickelt und zählt nun neue Funktionalitäten, die dem Benutzer zusätzliche Bedienungsmöglichkeiten anbieten. Das Fernsehsystem kann nun per Gesten-Interaktion, Finger-Interaktion (z. B. mit der LeapMotion) aber auch mit einer Android/iOS Second Screen App mit einem Tablet oder Handy angesteuert werden. Ganz neu ist auch die Möglichkeit, sich mit seiner Smart-Uhr (Smart Watch) an das Swoozy System zu verbinden und somit von einer erweiterten Interaktionsoberfläche mit dem intelligenten Fernsehsystem profitieren zu können.

Neben der Erweiterung der semantischen Diensten der Swoozy-Cloud wurden auch neue Multimedia Content-Provider integriert: Somit werden dem Zuschauer zusätzliche Medien- und Wissenskanäle, parallel zu einer Fernsehsendung angeboten.

Die neuen Preisträger 2014 stehen fest: Ihr Tipp an Ihre Nachfolger? Welche Chance sollten sie unbedingt nutzen?

Ich finde, die Ideen der neuen Preisträger sehr interessant, nicht nur aus einem softwaretechnischen Blickwinkel, sondern auch vom Spaßfaktor und Alltagstauglichkeits-Aspekt her.

Die Resonanz des CeBIT Innovation Awards ist sehr hoch, sodass die neuen Gewinner auf jeden Fall eine einzigartige Gelegenheit bekommen werden, Ihre Entwicklungen der nationalen und internationalen Presse zu präsentieren: Besonders wenn man auf der Suche nach Investoren ist, sollte man diese Chance nicht verpassen.

Parallel dazu sollten die neuen Preisträger die Zeit auf dem CeBIT Innovation Award Stand voll ausnutzen, um viele neue Kontakte zu knüpfen, insbesondere mit potentiellen Industriepartnern. Aus einem netten Gespräch am CeBIT Innovation Award Stand ergeben sich später vielleicht interessante Kooperationen, auch in Anwendungsdomänen, an die man vielleicht ursprünglich nicht gedacht hatte.

Wo sehen Sie heute in Deutschland das größte Potenzial für Usability – und wo besteht Nachholbedarf?

Usability ist ein vielschichtiges und breites Thema, auch wenn man oft die Tendenz hat, dieses auf eine rein softwaretechnische Ebene zu reduzieren. Usability erfasst auch Elemente wie Produktdesign, Alltagstauglichkeit, emotionale Aspekte (User Experience) und Benutzerzufriedenheit.

Die Benutzung von interaktiven Systemen sollte für den Benutzer immer mit einem einzigartigen Erlebnis verbunden sein: durch Einfachheit der Bedienung und clever angewandte Designparadigmen können komplexe Aufgaben, benutzerfreundlich gestaltet und gelöst werden. Somit können intelligente Systeme der Zukunft für Jedermann geschaffen werden.

Das haben die diesjährigen Gewinner gut verstanden und durch Kreativität und pfiffige Ansätze in unterschiedlichen Domänen wie Robotik, Sicherheit und Distribution digitaler Inhalte, in Form innovativer benutzerzentrierten Lösungen sehr gut umgesetzt.

Mit der Erscheinung neuer intelligenten Produkte (wie z.B. intelligente Armbänder, Uhren, Augmented Reality Brillen) oder sogar Interaktionsformen (wie 3D Finger Tracking) verschwinden die Grenzen zwischen reines Product-Design, Software und Hardware Entwicklung: Hier bilden Usability und Bedienungsfreundlichkeit die wichtigsten Akzeptanzkriterien.

Entwicklungen im Bereich multimodaler Benutzerschnittstellen - z. B. Sprache kombiniert mit Gestik , Eye-Tracking  oder 3D Visualisierungen - zeigen deutlich wie wichtig das Thema Usability auch zukünftig sein wird und welche neue Herausforderungen den Forschern und Entwicklern bevorstehen. Im Bereich der multimodalen Interaktionsformen sehe ich also ein großes Potenzial nicht nur für junge Innovatoren und Forscher, sondern auch für die ganze IT-Branche in Deutschland.

Das Swoozy-System wurde seit dem CeBIT Innovation Award 2013 weiterentwickelt und zählt nun neue Funktionalitäten, die dem Benutzer zusätzliche Bedienungsmöglichkeiten anbieten.
Das Swoozy-System wurde seit dem CeBIT Innovation Award 2013 weiterentwickelt und zählt nun neue Funktionalitäten, die dem Benutzer zusätzliche Bedienungsmöglichkeiten anbieten.
Das Fernsehsystem kann nun per Gesten-Interaktion, Finger-Interaktion (z. B. mit der LeapMotion) aber auch mit einer Android/iOS Second Screen App mit einem Tablet oder Handy angesteuert werden
Das Fernsehsystem kann nun per Gesten-Interaktion, Finger-Interaktion (z. B. mit der LeapMotion) aber auch mit einer Android/iOS Second Screen App mit einem Tablet oder Handy angesteuert werden
Eine Frau sitzt vor einem Fernseher und bedient Swoozy mit einem Tablet.
Das Fernsehsystem kann nun per Gesten-Interaktion, Finger-Interaktion (z. B. mit der LeapMotion) aber auch mit einer Android/iOS Second Screen App mit einem Tablet oder Handy angesteuert werden.
Swoozy in Aktion
Neben der Erweiterung der semantischen Diensten der Swoozy-Cloud wurden auch neue Multimedia Content-Provider integriert: Somit werden dem Zuschauer zusätzliche Medien- und Wissenskanäle, parallel zu einer Fernsehsendung angeboten.