Die Gewinner des CEBIT Innovation Awards 2015 stehen fest

Berlin/Hannover, 28. Januar 2015. Die Preisträger des CEBIT Innovation Awards 2015 sind gewählt. Drei Forscherteams konnten die Jury von der hohen Nutzerfreundlichkeit ihrer IT-Anwendungen überzeugen. Der CEBIT Innovation Award zeichnet 2015 zum dritten Mal die erfindungsreichsten deutschen IT-Entwickler des Jahres aus. Der Award wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen Messe AG verliehen.

Drei Forscherteams konnten die Jury überzeugen

Die Preisträger stellen ihre Projekte auf der CEBIT 2015 (16. bis 20. März in Hannover) am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vor. Dort wird die Jury dann auch bekanntgeben, welches Projekt den ersten, den zweiten und den dritten Platz erreicht hat. 

„Nutzerfreundlichkeit ist besondere Herausforderung“

Der Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. „Wir freuen uns über die kreativen und innovativen Produkte, die der CEBIT Innovation Award jährlich hervorbringt“, sagte die Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Gesche Joost, Designforscherin an der Berliner Universität der Künste. „Da die Nutzerfreundlichkeit von digitalen Anwendungen die Informationstechnologie vor besondere Herausforderungen stellt, legen wir darauf bei der Auswahl der Siegerprojekte ganz besonderen Wert.“

Mehrere Dutzend Teilnehmende

An dem diesjährigen Wettbewerb haben sich die Entwickler mehrerer Dutzend Projekte beteiligt, einige auch mit Ideen in der diesjährigen Sonderkategorie „Usable Security and Privacy“. Wichtigste Auswahlkriterien bei der Bewertung waren der Innovationsgrad, die gestalterische Leistung, die Praxistauglichkeit für den Alltag und die Darstellbarkeit im Kontext einer Messe. Oliver Frese, CEBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG und Mitglied der Fach-Jury, bedankte sich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern für ihre Teilnahme: „Auch im dritten Jahr seines Bestehens ist der Wettbewerb für den IT-Standort Deutschland ein Gewinn an Innovationskraft und Kreativität bei der nutzergerechten Gestaltung von IT-Systemen.“

digisign

Ausgezeichnet wird Markus Weber, Leiter Forschung und Entwicklung der digipen technologies GmbH. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat er die biometrische Unterschrift digisign entwickelt, die jeden Schriftzug entschlüsseln kann – nach seinem zeitlichen Verlauf, den Druckinformationen an jedem Punkt und seiner genauen Geschwindigkeit. Auf diesem Wege wird eine normale, handschriftliche Unterschrift genutzt, um eine digital geleistete Unterschrift fälschungssicher und rechtsgültig zu machen. Sie wird hergestellt mit der „digipen-Technologie“, mit der zum Beispiel Außendienst-Mitarbeiter von Firmen handschriftliche Informationen über ein mobiles Endgerät übertragen können. Sie benötigen dazu ein speziell gerastertes Papier und einen speziellen Stift. Mit dem Stift werden die biometrischen Merkmale des Schriftzugs (Schreibverlauf, -druck und -geschwindigkeit) ermittelt, verschlüsselt und digital hinterlegt. Mit diesen Daten kann die Echtheit einer Unterschrift mit derselben Sicherheit bestimmt werden, wie durch forensische Schriftsachverständige. Die „Benutzerschnittstelle“ der Unterschrift auf Papier wird so, ohne Umstellung für die Benutzer, vollständig in die digitale Welt übertragbar.

FOVEA

Gewinner beim CEBIT Innovation Award sind auch Manfred Ide, Nadine Weiberg und Christopher Herborn, die eine App zur fotooptischen Holzvermessung mit dem Smartphone entwickelten. Mit FOVEA können Förster und Beschäftigte in der Holzindustrie die genaue Anzahl und die Maße von Baumstämmen auch in sehr großen Mengen sofort bestimmen. Die App erstellt aus mehreren Einzelfotos ein Panoramabild von den sogenannten Holzpoltern, aus dem die Nutzer alle erforderlichen Ergebnisse für die Holzvermessung ablesen können. Während derzeit ein Großteil des Holzes weltweit noch mit der Hand abgezählt und vermessen wird, will FOVEA ein einfaches, schnelles und gültiges Holzvermessungsverfahren bieten, welches die Holzmenge korrekt und sicher in wenigen Minuten bereits im Wald, am Anfang der Lieferkette, ermittelt. 

Ebenso überzeugen konnten die Forscher Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann und Dr. Marco Schreiber von Mynigma, die die E-Mail-App M für iPhone und iPad entwickelten. Durch integrierte Funktionen verschlüsselt sie die Nachrichten zwischen ihren Nutzern automatisch. Versionen für andere Plattformen sollen folgen. Alle bisher lästigen und nur für IT-Fachleute einfachen Arbeiten der Erzeugung, Verteilung und Verwaltung von Schlüsseln übernimmt M automatisch. Auch die Koordination des Verschlüsselungssystems zwischen stationären und mobilen Endgeräten eines Nutzers übernimmt M und erlaubt so die Sicherheit verschlüsselter Mails im Büro wie unterwegs. So wird das Überwachen und Mitlesen durch unbefugte Dritte unterbunden und die Hürde für Angriffe deutlich erhöht. Dies stärkt die Sicherheit der digitalen Welt insgesamt auf benutzerfreundliche Weise.