M

2. Platz: M – die App zur einfachen Verschlüsselung von E-Mails

M ist eine E-Mail-App für iPhone und iPad, die Nachrichten zwischen ihren Nutzern fast komplett automatisch und ohne den üblichen Aufwand für die Nutzer verschlüsselt. Damit revolutioniert das Unternehmen Mynigma die bestehenden Systeme zur Verschlüsselung von E-Mails und überzeugt darüber hinaus durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Die Auszeichnung: 2. Platz beim CeBIT Innovation Award 2015.

Bei M ist die Verschlüsselungsfunktion in das Mailsystem integriert. Jeder, der eine normale Mail versenden könne, könne auch mit M verschlüsseln, sagen die Gründer des Berliner Startups. Die heutigen Hürden bei der Verschlüsselung aus der umständlichen Generierung, Verwaltung und dem Austausch verschiedenster Schlüssel entfällt für die Nutzer. Alle Aktionen zur Organisation des Verschlüsselungsverfahrens werden unbemerkt im Hintergrund abgewickelt. Der normale Ablauf beim Versand einer E-Mail ändert sich nicht.

So ist Mynigma der Spagat zwischen hoher Sicherheit und einer enormen Benutzer-freundlichkeit geglückt. Bei besonders hohen Sicherheitsanforderungen ist der Schlüsselaustausch aber auch bei M nicht vollautomatisch. Hier ist eine manuelle Authentisierung vorgesehen, bei der die Benutzerfreundlichkeit durch neue Werkzeuge verbessert wurde.

Wie alle sicheren Verschlüsselungssysteme ist auch M eine durchgehende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die App integriert außerdem die stationären und mobilen Systeme seiner Nutzer. Damit kann jeder nicht nur wie gewohnt überall mailen, sondern überall ohne größeren Aufwand sicher verschlüsseln – durch die einfache Installation einer App.

Durch die Verschlüsselung der Datenkommunikation wird das Überwachen und Mitlesen unterbunden. Die Hürde für Angriffe wird deutlich erhöht. Damit wird die Sicherheit der digitalen Welt insgesamt auf benutzerfreundliche Weise gestärkt.

M gibt es bereits als erste Version im App-Store zum kostenlosen Download. Weitere Funktionen – etwa zur Integration bekannter Verschlüsselungssysteme und Versionen für Windows und Android – wollen die Entwickler mit einer kostenpflichtigen Business-Version finanzieren. Hauptzielgruppe sind kleinere Unternehmen, die Innovationen und Kundendaten schützen müssen, aber über keine eigene IT-Abteilung verfügen und daher auf eine besonders benutzerfreundliche Lösung angewiesen sind.

Für den privaten Gebrauch ist M kostenlos. Nach Angaben der Gründer brauchte man bislang für Programme, die sichere Verschlüsselung nicht nur versprechen, so viele Vorkenntnisse, dass sie praktisch nur von IT-Fachleuten verwendet werden konnten. Mynigma bietet nun eine einfache und sichere Alternative für jedermann an.

Die Mynigma UG wurde im Juli 2013 von Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann und Dr. Marco Schreiber gegründet. Weitere Informationen: www.mynigma.org/de/

Drei Fragen an die Entwickler von M

Lukas Neumann, Dr. Roman Priebe und Dr. Marco Schreiber haben "M" entwickelt und nehmen im Interview zum (scheinbaren?) Gegensatz von Nutzerfreundlichkeit und Datensicherheit bei digitaler Kommunikation Stellung.

Was kann M, was andere Apps zur Verschlüsselung von E-Mails nicht können ?


Wirklich sichere Verschlüsselung war bisher leider oft nur eine Sache für Experten. M ist die erste App, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von E-Mails so benutzerfreundlich macht, dass absolut jeder sie nutzen kann. Das ist dringend nötig. Bisher werden E-Mails von normalen Nutzern im besten Fall während des Transports verschlüsselt, liegen aber offen in der Cloud. Wer dort auf sie zugreift, ist praktisch nicht kontrollierbar.

In wie weit sind die Grenzen der Sicherheitsstandards bei der automatischen Verschlüsselung von E-Mails damit erreicht?  

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Man kann sich aber trotzdem in einer Weise schützen, die der Bedrohung angemessen ist. Bei M haben wir ein zweigleisiges System: Ein normaler E-Mail-Nutzer, der seine Mailbox vor unbefugtem Mitlesen schützen möchte, profitiert schon von der völlig automatischen Verschlüsselung. Bei anderen ist die Gefahr eines aktiven Angriffs höher (zum Beispiel bei Journalisten oder Unternehmen). In diesem Fall empfiehlt es sich, den automatisch ausgetauschten Schlüssel zumindest stichprobenartig abzugleichen. Auch hierfür werden wir natürlich sehr einfache und benutzerfreundliche Möglichkeiten bieten.

Für eine so benutzerfreundliche Lösung hat M insgesamt ein ausgesprochen hohes Sicherheitsniveau. Die Wahrscheinlichkeit eines direkten Angriffs auf die Algorithmen ist sehr gering. Gefahr droht eher durch „Social Engineering“ und dadurch, dass Endgeräte und Betriebssysteme oft Sicherheitslücken aufweisen.


Welche sind Ihre nächsten Ziele bei der Weiterentwicklung der App?

Vor allem möchten wir M auf weiteren Plattformen verfügbar machen. Außerdem sind eine Reihe spannender neuer Funktionalitäten in Vorbereitung. Wichtig ist auch die Einbindung von PGP und S/MIME, die deshalb ein bisschen schwierig ist, weil diese Lösungen mit der einfachen Benutzeroberfläche von M schwer zu vereinen sind.

Außerdem haben wir begonnen uns nach starken Partnern umzuschauen, die uns helfen können unsere Lösung – vor allem im Unternehmenskontext – zu vertreiben.

Pressebilder von der CeBIT 2015

BMBF und Deutsche Messe AG zeichnet M mit dem CeBIT Innovation Award 2015 aus. v. l. n. r.: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Dr. Roman Priebe, Dr. Marco Schreiber, Lukas Neumann, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese @ BMBF / Janto Trapp
BMBF und Deutsche Messe AG zeichnet M mit dem CeBIT Innovation Award 2015 aus. v. l. n. r.: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Dr. Roman Priebe, Dr. Marco Schreiber, Lukas Neumann, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese @ BMBF / Janto Trappe
Dr. Roman Priebe erklärt der Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die App M. © BMBF /Janto Trappe
Dr. Roman Priebe erklärt der Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die App M. © BMBF /Janto Trappe
Dr. Roman Priebe erklärt der Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die App M. v. l. n. r.: Dr. Marco Schreiber, Dr. Roman Priebe, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Prof. Dr. Gesche Joost © BMBF / Janto Trappe
Dr. Roman Priebe erklärt der Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die App M. v. l. n. r.: Dr. Marco Schreiber, Dr. Roman Priebe, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Prof. Dr. Gesche Joost © BMBF / Janto Trappe
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und die Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Gesche Joost nehmen mit Herrn Dr. Priebe ein Selfie auf und verschicken dies anschließend verschlu?sselt per E-Mail. v. l. n. r.: Dr. Roman Priebe, Bundesforschungsminis
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und die Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Gesche Joost nehmen mit Herrn Dr. Priebe ein Selfie auf und verschicken dies anschließend verschlu?sselt per E-Mail. v. l. n. r.: Dr. Roman Priebe, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Prof. Dr. Gesche Joost
Die Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2015 fand am 16. März statt. Hintere Reihe v. l. n. r.: Markus Weber, Volker Schilling, Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann, Dr. Marco Schreiber, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese vordere Reihe v. l. n. r.: Ma
Die Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2015 fand am 16. März statt. Hintere Reihe v. l. n. r.: Markus Weber, Volker Schilling, Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann, Dr. Marco Schreiber, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese vordere Reihe v. l. n. r.: Manfred Ide, Nadine Weiberg, Christopher Herbon, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka © BMBF / Janto Trappe
 

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