digisign

3. Platz: digisign – die fälschungssichere biometrische Unterschrift

Wie lässt sich eine Unterschrift per Computer ebenso sicher einer Person zuordnen, wie durch einen forensischen Schriftsachverständigen? Wie lassen sich Unterschriftenfälschungen erkennen und belegen? 

digisign entschlüsselt jede Unterschrift – nach ihrem zeitlichen Verlauf, den Druckinformationen an jedem Punkt und ihrer genauen Geschwindigkeit. Damit ist digisign, die biometrische Unterschrift, fälschungssicher und rechtsgültig. Sie wird hergestellt mit der „digipen-Technologie“, einer einfachen, sicheren und günstigen Lösung zur papierbasierten, elektronischen Datenerfassung.

Mit der digipen-Technologie können zum Beispiel Außendienst-Mitarbeiter von Firmen handschriftliche Informationen über ein mobiles Endgerät übertragen, egal, wo sie sich gerade aufhalten. Sie benötigen dazu ein speziell gerastertes Papier und einen digitalen Stift, der die Unterschriftendynamik – also die biometrischen Daten aus Schreibverlauf, -druck und  -geschwindigkeit – erfasst und an ein Smartphone oder Tablet sicher überträgt.

Diese biometrischen Daten werden als Meta-Information verschlüsselt und bei einem Trust Center gespeichert. Bei Betrugsversuchen lässt sich die Authentizität einer Unterschrift durch den Abgleich mit den hinterlegten biometrischen Daten prüfen. Nach den Richtlinien der Europäischen Union entspricht die Unterschrift den Vorgaben einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur, weil sie eindeutig und ausschließlich dem Unterzeichner zuzuordnen ist. Durch digisign wird es möglich, die Papierwelt von Verträgen im Geschäftsverkehr rechtssicher in eine digitale Daten- und Aktenhaltung zu übertragen. 

Aus Nutzersicht erlaubt das Verfahren weiterhin, bei der gewohnten Unterschrift auf Papier als „Benutzerschnittstelle“ zu bleiben, während alle darauf aufbauenden Schritte, ohne besonderen Aufwand, rechtssicher in die digitale Welt übertragen werden.

Die biometrische Unterschrift wurde von Markus Weber, Leiter Forschung und Entwicklung der digipen technologies GmbH, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt. Weitere Informationen: www.digipen.de 

Der Entwickler von digisign im Gespräch

Entwickelt wurde digisign durch Markus Weber von der Firma digipen, einer Ausgründung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. Wir sprachen mit ihm über den Entwicklungsprozess und die zukünftige Relevanz fälschungssicherer Unterschriften im digitalen Geschäftsverkehr.

Wie kam es zu der Erfindung der fälschungssicheren biometrischen Unterschrift?


Unterschriebene Verträge wurden früher mit einer Postlogistik von der Geschäftsstelle zur Hauptgeschäftsstelle transportiert. Bei diesem Prozess wurden sie mehrfach in die Hand genommen, sortiert, irgendwann manuell eingescannt und somit elektronisch bei der Kreissparkasse hinterlegt. Diesen Prozess wollte die Kreissparkasse Kaiserslautern mit Hilfe eines digitalen Stifts vereinfachen.
Am DFKI wurde diese Lösung konzipiert und zu einem innovativen, lauffähigen System geführt. Zusammen mit Dr. Marcus Eichenberger-Liwicki, dem Projektleiter, und mir hat Prof. Dengel dann die Ausgründung digipen technologies GmbH initiiert.  Die digipen technologies soll die Einführung von digisign in den Sparkassen-Markt begleiten.


Was wollen Sie mit der biometrischen Unterschrift erreichen?


Die Unterschrift mit einem Stift auf Papier ist ein kulturell akzeptierter Prozess und wird als natürlich empfunden. Die biometrische Unterschrift soll helfen, Technologien, wie die fortgeschrittene elektronische Signatur, einfacher zugänglich zu machen. Weit verbreitete Akzeptanzprobleme bei der Einführung neuer IT-Prozesse/-Systeme entfallen durch die Natürlichkeit des digisign Systems. Das Feedback der Kunden der Kreisparkasse ist durchweg positiv.

Neben der einfachen Nutzbarkeit des Verfahrens ist ein weiterer Mehrwert die zusätzliche Sicherheit. Wo es vorher im Streitfall lediglich ein Abbild der Unterschrift für eine forensische Prüfung gab, liegen jetzt zusätzlich biometrische Informationen vor. Hierzu zählen Beschleunigungsverhalten, zeitlicher Aufbau des Schriftzuges sowie ein Profil des Druckes, welches der Schreiber während der Unterschrift auf den Stift ausübt – alles sehr individual-charakteristische Merkmale. Die Merkmalsausprägungen können sogar für eine zuverlässige automatische Unterschriftenverifikation eingesetzt werden.

Alle biometrischen Identifikationsdimensionen werden ausschließlich dem unterschriebenen Vertrag zugeordnet und dort verschlüsselt eingebettet. Hierbei haben wir uns an aktuelle Sicherheitsstandards gehalten und ein asymmetrisches Kryptographie-Verfahren genutzt. Ohne die Kenntnis eines Geheimnisses und einem Private Key lassen sich diese Daten nicht entschlüsseln. Alle vertraulichen Biometriedaten werden bei einer so genannten Trusted Authority hinterlegt. Im Falle der Sparkasse ist dies ein Notar oder unabhängiger Anwalt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass wir ein System zur Verbesserung von Prozessen entwickelt haben, die an die Papierform gebunden sind. Es zeichnet sich durch seine Natürlichkeit in der Benutzbarkeit, Schnelligkeit und Sicherheit aus.


Wer kann von dieser Innovation profitieren?

Die Technologie bringt einen erheblichen Mehrwert für all diejenigen Einsatzfelder, wo Prozesse auf eine Genehmigung durch eine papiergebundene Unterschrift warten. Das System ist mittlerweile auch für Tablets verfügbar, für Fälle, bei denen keine Papierform gesetzlich vorgeschrieben ist. Entsprechend können alle Genehmigungsprozesse mit digisign verschlankt und damit signifikant beschleunigt werden. Wenn man überlegt, wie oft man seine Unterschrift auf Papier setzt, dann hat man ungefähr eine Vorstellung davon, wie viele dieser Prozesse ein potentieller Anwendungswendungsfall von digisign sind. 

Pressebilder von der CeBIT 2015

BMBF und Deutsche Messe AG zeichnen digisign mit dem CeBIT Innovation Award 2015 aus. v. l. n. r.: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Markus Weber, Volker Schilling, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese @ BMBF / Janto Trappe
BMBF und Deutsche Messe AG zeichnen digisign mit dem CeBIT Innovation Award 2015 aus. v. l. n. r.: Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Markus Weber, Volker Schilling, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese @ BMBF / Janto Trappe
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka testet die Technologie von digisign unter Anleitung des Entwicklers Markus Weber. © BMBF / Janto Trappe
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka testet die Technologie von digisign unter Anleitung des Entwicklers Markus Weber. © BMBF / Janto Trappe
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka testet die Technologie von digisign unter Anleitung des Entwicklers Markus Weber. © BMBF / Janto Trappe
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka testet die Technologie von digisign unter Anleitung des Entwicklers Markus Weber. © BMBF / Janto Trappe
Die Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2015 fand am 16. März statt. Hintere Reihe v. l. n. r.: Markus Weber, Volker Schilling, Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann, Dr. Marco Schreiber, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese vordere Reihe v. l. n. r.: Manfred Ide, Nadine Weiberg, Christopher Herbon, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka © BMBF / Janto Trappe
Die Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2015 fand am 16. März statt. Hintere Reihe v. l. n. r.: Markus Weber, Volker Schilling, Dr. Roman Priebe, Lukas Neumann, Dr. Marco Schreiber, Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese vordere Reihe v. l. n. r.: Manfred Ide, Nadine Weiberg, Christopher Herbon, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka © BMBF / Janto Trappe

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