fiberio

Update Januar 2015: Fragen zu "Fiberio" an den Entwickler Sven Köhler

Inwieweit hat die Entwicklung von Fiberio nach Ihrem Gewinn des CeBIT Innovation Award einen zusätzlichen Schub erlebt? 

Wir konnten viele neue, interessante Kontakte knüpfen, die uns auch weitere Ideen und Forschungsanregungen geliefert haben. Aber allein die Teilnahme am CeBIT Innovation Award hat dabei geholfen, uns der größeren Vision hinter Fiberio bewusst zu werden.

Wie weit sind Sie noch von Ihrem Ziel entfernt, Mobiltelefone zu bauen, bei denen es keine PIN-Eingabe mehr geben muss? 

Zur Zeit senken wir die Kosten für einen Fiberio-Tisch bei gleichzeitig höherer Bildqualität und einfacherer Bedienung. Auch erforschen wir weitere Eigenschaften und Anwendungen des Bildschirmmaterials. Wir hoffen, diese Erkenntnisse gemeinsam mit zwei Kooperationspartnern im Laufe des Jahres in kleineren Prototypen verbauen zu können.

Welche Ratschläge können Sie Ihren Nachfolgern geben, die mit ähnlich innovativen Produkten wie Sie ihren Erfolg suchen? 

Werdet euch selbst bewusst, was der große Vorteil eurer Erfindung ist, wie sie das Leben für viele Menschen angenehmer machen kann. Nehmt am CeBIT Innovation Award teil. Erarbeitet euch Pläne und Szenarios, um die Jury und andere von eurer Idee zu überzeugen. Seid offen für deren Ratschläge.

Fiberio

Fiberio – eine Plattform für sichere digitale Interaktion

Fiberio ist ein „multitouch table“, der Fingerabdrücke während der Nutzung in Sekundenbruchteilen identifiziert. So können mehrere Nutzer ohne Registrierung oder Log-in identifiziert werden und simultan interagieren. Die Technik, die auf einem neuartigen Glasfasermaterial beruht, bietet einen hohen und nutzerfreundlichen Sicherheitsstandard.

Wenn ein Computernutzer auf der Multitouch-Oberfläche eine Aktivität starten will, identifiziert Fiberio ihn unmerklich, schnell und sicher. So können mehrere Nutzer authentifiziert werden und an dem Tisch gleichzeitig interagieren. Das Problem, dass sich Unberechtigte Zugang zu den Daten verschaffen könnten, ist somit gelöst. Es ist mit Fiberio auch nicht mehr nötig, eine Time-out-Zeitsperre einzurichten und sich durch abermalige Log-ins stets neu zu authentifizieren.

Die permanente biometrische Authentifizierung mittels Fingerabdruckerkennung ist zum Beispiel wichtig, wenn verschiedene Nutzer mit unterschiedlichen Kompetenzen am selben Arbeitsplatz digitale Dokumente bearbeiten. Fiberio kann zum Beispiel erkennen, dass von zwei Bankmitarbeitern, die mit dem System arbeiten, nur einer die Berechtigung hat, angezeigte Zahlungsanweisungen in bestimmter Höhe freizugeben. Mehr Informationen unter www.christianholz.net/fiberio.html

Was ist Fiberio?

Das Team von Fiberio im Gespräch


Fiberio wurde am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut von HPI-Masterstudent Sven Köhler und seinem mittlerweile promovierten Kommilitonen Dr. Christian Holz entwickelt.  Wir fragten sie, wie sie auf ihre Idee gekommen sind und welche Ziele sie mit Fiberio haben.

Herr Köhler, Fiberio bietet ein einfaches und zugleich sicheres System der Nutzeridentifikation und trifft damit den Nerv der Zeit. Was gab Ihnen und Ihrem Projektpartner Christian Holz den Anstoß zur Entwicklung dieser Idee?

Wir kamen von der technischen Seite zur Lösung. Unsere Forschungsgruppe am Hasso Plattner Institut hatte bereits in früheren Projekten mit selbstgebauten Glasfaserbündeln gearbeitet. Als Christian durch ein solches Bündel hindurch einmal seinen Fingerabdruck erkannte, war die Marschrichtung klar.


Auf der CeBIT 2014 können Sie im Rahmen der Verleihung des CeBIT Innovation Awards ihr Projekt einem internationalen Publikum vorstellen. Was sind Ihre Ziele für Fiberio?

Auf mittlere Sicht wollen wir mehr Transparenz in sicherheitskritischen Systemen schaffen. In Banken und Krankenhäusern bedeutet Sicherheit heute zumeist, dass wichtige Daten aus Sicherheitsgründen hinter Glas verschwinden--zusammen mit den Computer und den Personen, die sie bedienen. Mit Fiberio ließen sich große interaktive Touchscreens realisieren, an denen Manager mit Kunden und Ärzte mit Patienten gemeinsam arbeiten können--trotzdem wären Daten zu jedem Zeitpunkt sicher, da Fiberio bei jeder Berührung weiss, wer was darf.

Unsere ersten Schritte werden wohl allerdings etwas moderater sein: benutzerfreundliche Fingerabdrucksscanner, die sich wie Touchscreens bedienen lassen. Fingerabdrucksscanner sind in vielen Ländern wie etwa Brasilien bereits im Einsatz um Leuten das Abheben von Geld ohne PIN zu ermöglichen. Im Moment werden solche Banksystem noch oft fehlbedient--mit Fiberio können wir richtige Bedienung einfach machen.



Wohin geht Ihrer Meinung nach die Entwicklung im Bereich der Datensicherheit hin? Wie werden wir in Zukunft sicherstellen, dass Daten nur von berechtigten Personen eingesehen werden können?
 

Unser persönliches "Stretchgoal" ist es, die Technologie hinter Fiberio zu miniaturisieren und so mobile Geräte, wie etwa Mobiltelefone, zu bauen, bei denen es keine PIN Eingabe und kein Drücken von Fingerabdrucks-Knöpfen mehr gibt. Stattdessen werden Benutzer direkt drauflos interagieren können, weil Fiberio die Berechtigung im Hintergrund prüft.

Um das zu ermöglichen werden wir in Zukunft unsere Geräte noch an den Ladentheke auf uns prägen. Ab diesen Moment werden sie wirklich zu unserem – persönlichen – Gegenstand, d.h. niemand außer uns kann das Gerät ab diesem Moment benutzen. Letztendlich ist unser Ziel also Computersysteme zu bauen, die das wichtige Thema Sicherheit selbst übernehmen, anstatt die Arbeit und auch die Verantwortung wie heute üblich auf den Benutzer abzuwälzen.

 

Presseinfos zu Fiberio zum Download (deutsch)

Presseinfos zu Fiberio zum Download (englisch)

 

 Zu den anderen Preisträgern 2014

 

Pressebilder von der CeBIT 2014

Fiberio erhält den CeBIT Innovation Award for Visionary Concepts (20.000 Euro) (v.l.n.r.: Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese, Sven Köhler, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka) © CeBIT Innovation Award / BMBF
Fiberio erhält den CeBIT Innovation Award for Visionary Concepts (20.000 Euro) (v.l.n.r.: Prof. Dr. Gesche Joost, Oliver Frese, Sven Köhler, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka) © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka am Multitouch-Table Fiberio (CeBIT Innovation Award for Visionary Concepts). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka am Multitouch-Table Fiberio (CeBIT Innovation Award for Visionary Concepts). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Sven Köhler (Hasso-Plattner-Institut) präsentiert Fiberio. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Sven Köhler (Hasso-Plattner-Institut) präsentiert Fiberio. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Oliver Frese, Prof. Dr. Gesche Joost und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (v.l.n.r.). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Oliver Frese, Prof. Dr. Gesche Joost und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (v.l.n.r.). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Oliver Frese und Prof. Dr. Gesche Joost bei der Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014.© CeBIT Innovation Award / BMBF
Oliver Frese und Prof. Dr. Gesche Joost bei der Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014.© CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Oliver Frese, Prof. Dr. Gesche Joost und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (v.l.n.r.). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Preisverleihung des CeBIT Innovation Award 2014 mit Oliver Frese, Prof. Dr. Gesche Joost und Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (v.l.n.r.). © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gemeinsam mit Preisträgern und Jury-Mitgliedern des CeBIT Innovation Award 2014. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gemeinsam mit Preisträgern und Jury-Mitgliedern des CeBIT Innovation Award 2014. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gemeinsam mit Preisträgern und Jury-Mitgliedern des CeBIT Innovation Award 2014. © CeBIT Innovation Award / BMBF
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka gemeinsam mit Preisträgern und Jury-Mitgliedern des CeBIT Innovation Award 2014. © CeBIT Innovation Award / BMBF
 

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